Klappentext:
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht, dass Yelena eine Seelenfinderin ist, die Seelen fangen und in die Ewigkeit entlassen kann. Gerade als sie versucht, dieser Gabe Herr zu werden, erhält sie eine verstörende Nachricht: Ferde, der Mörder von elf Mädchen, ist aus dem Gefängnis entkommen und plant gemeinsam mit den Daviians, die Macht in Sitia zu übernehmen. Um das Schlimmste zu verhindern, muss die junge Magierin sich jetzt einer Herausforderung stellen, die sie an die Grenzen ihrer Fähigkeiten bringt. Doch die Hoffnung, am Ende endlich wieder ihren Geliebten in die Arme schließen zu können, verleiht ihr ungeahnte Kräfte.

Meine Meinung:
„Yelena und die verlorenen Seelen“ ist der letzte Teil der Trilogie um die junge Magierin Yelena, ihre politischen Verwicklungen zwischen den Ländern Ixia und Sitia und ihren Kampf gegen grausame Mörder, die aus Machtgier vor nichts zurückschrecken. Wie bereits der zweite Teil schließt auch dieses Buch nahtlos an die Geschehnisse im vorherigen Band an. Ohne großartiges Vorgeplänkel wird man direkt von der Geschichte mitgerissen und ist von der ersten Seite an mitten drin im Geschehen. Daher empfiehlt es sich unbedingt, diese Trilogie in Reihenfolge zu lesen! Doch auch bezüglich des Verständnisses könnte man einige Schwierigkeiten haben wenn man die Vorgeschichte aus den Bänden eins und zwei nicht kennt, denn hier werden nun jegliche Ereignisse und Charaktere, die bisher aufgetaucht sind, zusammen in eine Geschichte gesteckt. Es ist mit Vorwissen schon recht schwierig, diese Vielzahl an Ereignissen und Figuren zu sortieren. Ohne Vorwissen dürfte es ein Ding der Unmöglichkeit sein!

Durch die vielen Wirrungen und die manchmal komplizierte Handlung wird der Abschluss der Trilogie leider auch zum schwächsten Band der Reihe. An einigen Stellen zieht sich die Geschichte sehr in die Länge, ich habe mir oftmals gewünscht, die Autorin hätte sich kürzer gefasst. Yelena hat irgendeine fixe Idee, stürmt los, ohne groß nachzudenken, gerät in tödliche Gefahr, wird gerettet, trifft irgendwen, hat wieder eine Idee… Immer das gleiche Schema, das irgendwann ein wenig langweilig wird. Zum Glück hält Maria v. Snyder immer wieder überraschende Wendungen für den Leser bereit, so dass die Langeweile sich nicht ausbreiten kann. 

Yelena, die ich im ersten Band noch sympathisch und klug fand, mochte ich leider im Laufe der Zeit immer weniger. Sie verhält sich überhaupt nicht mehr klug, sondern unbeherrscht und manchmal sogar egoistisch. Leif hingegen, der bislang kein sonderlich großer Sympathieträger war, hat einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

Die „Yelena“- Trilogie ist eine Buchserie, die großartig und beeindruckend beginnt, mit weiterem Fortschreiten ihr Niveau jedoch nicht ganz halten kann. Dennoch ist sie ein Muss für Fantasy- Fans, die eine gute, spannende und kurzweilige Geschichte mit einer starken Protagonistin lesen möchten.

v. Snyder, Maria: Yelena und die verlorenen Seelen, Taschenbuch, 508 Seiten,
ISBN 9783899418545, Mira Verlag, 7,95 €